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Die Wiederauferstehung des TV-Ideal

Der Cap Job ist nicht geglückt. Wie im letzten Artikel angekündigt geht es jetzt darum, den TV-Ideal durch einen kompletten Tausch des Innenlebens wiederzubeleben.

In meinem letzten Blogpost habe ich den groben Schlachtplan schon zurechtgelegt: Als erstes musste der Automat ausgeschlachtet werden. Ganze Zwei Kisten wurden am Schluss vom Kabelbaum, den ganzen Zwischen- und Adapterplatinen sowie dem Trafo eingenommen. Ganz zu Schweigen von der durchgebrannten Röhre.

Der nächste Schritt bestand darin, den JVC 21″-Röhrenfernseher aus seinem Plastikgefängnis zu befreien.

Glücklicherweise war dies mit dem Lösen weniger Schrauben und ganz wenigen Klickverbindungen erledigt. Hier kann sich heutige Elektronik eine grosse Scheibe von abschneiden. Wer schon mal einen modernen Laptop auseinander nehmen musste könnte eine ganze Arie in 6 Akten darüber aufführen.

Nun kam ein etwas kniffliger Teil, die Röhre samt Chassis sanft aus dem Gehäuse zu heben. Natürlich habe ich dazu die Röhre zuerst entladen. Ebenfalls war es nötig verschiedene Kabel beispielsweise für die Lautsprecher zu entfernen. Mit etwas Mühe war das ungetüm schliesslich aus dem Plastikgehäuse befreit.

Auf einem kleinen Transportwagen welcher früher einmal als Minibar genutzt wurde konnte ich das Fernseherinnenleben schliesslich bequem zum Autoamten chauffieren.

Von Anfang an entschied ich mich dagegen, das Chassis von der Röhre zu entfernen und die ganzen Kabel zu entfernen. Die ganzen Stecker waren teilweise ziemlich klein und auf dem Chassis nicht angeschrieben. Aufgrund der zum Teil recht kurzen Kabel war fotografieren auch sehr schlecht möglich. Ich entschied mich somit, die Röhre mit an den Kabel hängenden Chassis vorsichtig von Oben in den Automaten zu heben. Zwei mal machte ich dies alleine und musste die Röhre dann wieder entfernen.

Obwohl es sich beim Fernseher um ein 21″ Modell handelte, war die Röhre selbst etwas grösser als die Alte. Beim Fernseher ist alleine der sichtbare Teil 21″ gross, bei der Automatenröhre jedoch der ganze Monitor.

Dies hinderte mich aber keineswegs, denn was nicht passt wird passend gemacht. Mit einer oszillierenden Multifunktionssäge trug ich an den betroffenen Stellen in zwei Anläufen genug Material ab, um die Röhre passend im Rahmen zu platzieren.

Insgesamt musste ich die Röhre 4 mal in das Gehäuse heben und vorsichtig wieder herausheben und dabei darauf achten, dass das an den Kabeln hängende Chassis nicht eingeklemmt wird und sozusagen vor der Röhre den Innenraum des Automaten erreicht. Auch das Herausheben war nicht weniger nervenaufreibend wenn nicht gar elektrisierend, denn eine Ecke des Chassis, so merkte ich schnell, wischt einem ganz ordentlich eins, wenn man es anfasst. Von nun an würde ich immer mit Gummihandschuhen arbeiten, da ich schon ein paar mal von diversen Chassis eins geballert bekommen habe.

Ab dem zweiten Mal Hinein und Herausheben holte ich mir schliesslich zwei helfende Hände, was die ganze Aktion massiv vereinfachte.

Nun stellte sich die Frage, wie der Monitor im Gehäuse befestigt werden soll. An der oberen Kante auf dem Bild ist es zu sehen: originalerweise waren diese Metallplatten dafür verantwortlich. Diese hatten auf der unteren Platte nun nicht mehr Platz. Dies war allerdings kein Problem, meine Lösung bestand darin, neue Löcher innerhalb der Befestigungsösen des Monitors zu bohren und diesen dort mithilfe der Original Schrauben und Flügelmuttern zu befestigen.

Der Monitor sass nun bombenfest an seinem Platz und es war die Zeit gekommen, das Chassis im Innenraum zu befestigen. Dabei stellte sich schnell heraus, dass die Kabel des Degauss-Drahtes zu kurz geraten war. Dies wurde kurzerhand verlängert. Dabei habe ich es etwas zu gut gemeint und wohl eine viel zu lange Leitung fabriziert, aber darauf komme ich später zu sprechen.

Das Chassis wollte ich dann mit selbstklebenden Platinenfüssen auf der Rückseite des alten Montagebrettes befestigen, jedoch waren die von mir bestellten Füsse etwas zu klein. Deshalb verwendete ich kurzerhand Platinenfüsse welche mit normalen Schrauben befestigt werden kann. Dabei achtete ich darauf, die “geladene Ecke” des Chassis nicht zu befestigen, sodass man diese bei der Demontage möglichst nicht anfassen muss.

Nun fanden auch die Spielplatine, den RGB zu Scart Adapter sowie der Jamma Kabelbaum den Weg in den Automaten. Ebenfalls schraubte ich eine hundskommune Steckerleiste an die Rückwand des Automaten.

Etwas einen ganzen Tag dauerte alleine das Entwirren und verdrahten mit dem Jamma Kabelbaum. Da bei meinem Billig-Chinaschrott-Kabelbaum nicht die richten Flachsteckhülsen gecrimpt wurden und ich am Sonntag keine passenden kaufen konnte, verlötete ich die ganze Controlpanel kurzerhand. Dies war nicht weiter schlimm, da ich im nächsten Durchlauf sowieso andere Joysticks und Buttons einbauen werde.

Nun mussten noch verschiedene Kabel angeschlossen werden, beispielsweise der Münzschalter, der RGB zu SCART Adapter und die Stromversorgung für die Spielplatine.

Hier entschied ich mich für ein normales PC Netzteil. Jedoch habe ich in der Zwischenzeit erfahren, dass dies äusserst gefärlich ist, da ein PC Netzeil im Falle eines Kurzschlusses einfach weiterläuft und ein Feuer entfachen kann. Deshalb werde ich diese Lösung sobald wie möglich durch ein richtiges Arcade-Netzteil ablösen. Trotzdem möchte ich meine Lösung gerne meine hier zeigen.

Die 5V und 12V und Ground Kabel des Jamma Kabelbaums lötete ich an einen weiblichen 4PIN Molex Stecker.

Dieser Stecker kann an ein ganz normales PC Netzteil angeschlossen werden. Doch damit dieses überhaubt Strom liefert, muss es eingeschaltet werden. Dies kann durch Überbrücken von PIN 4 und PIN 5 am ATX Stecker erreicht werden. Hierzu eignet sich eine ganz normale Büroklammer.

Wer sich über diese Methode genauer informieren möchte, so habe ich hier eine schöne Anleitung gefunden:


Klick

Ursprünglich wollte ich für die Lautsprecher ja noch einen kleinen Verstärker einbauen, jedoch fand ich heraus, dass Jamma Platinen bereits ein Line Level Signal ausgeben und einen Potentiometer onboard haben. Also beliess ich es vorerst dabei.

Zu guter letzt legte ich noch einen LED Streifen hinter das Marquee und schloss alles an der Steckerleiste an. Der TV-Ideal war nach mehrjähriger Verdammnis wiederauferstanden!

Die Wiederauferstehung des TV Ideal

Dieses Projekt hat mir bis jetzt schon sehr viel Freude bereitet, jedoch geht es noch weiter.

In einem nächsten Durchlauf wird der Automat von aussen wie auch inne verschönert und mit neuen Buttons und Joysticks ausgestattet. Die LEDs werden sauber montiert. Ausserdem versuche ich das derzeitige Degauss-Problem zu lösen, was im Moment dazu führt, dass ich die Bildröhre bei jedem einschalten “von Hand” mit einem Magneten entmagnetisieren muss.

Abschliessend noch ein Bild des TV-Ideal in seiner ganzen Pracht:

Ich hoffe, Ihr freut euch genau wie ich auf das nächste Kapitel.

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Restauration

TV Ideal Netzteil und Chassis Revision #2

Perlen vor die Säue

Im letzten Teil dieser Beitragsreihe habe ich die erforderlichen Elkos des TV Ideal Netzteils und Monitorchassis identifiziert und aufgelistet. Nun ging es an den Einbau.

Das Schlechte vorweg: Die ganze Aktion brachte nicht den gewünschten Effekt: dem Monitor ist kein Bild zu entlocken.

Nun das Positive: Es war eine sehr gute Übung für mich insbesondere da ich nichts “noch mehr” kaputt gemacht habe. Ich konnte mich gut mit dem Lötkolben vertraut machen und weiss nun, wie damit umzugehen ist.

An was könnte es nun liegen, dass die ganze Aktion vergebens war: Ich vermute stark, dass die Röhre ganz einfach durchgebrannt ist. Neben einer dicken schwarzen Dreckschicht auf der Röhre und insbesondere dem Sockel und auch dem sehr “aufgeladenem Gschmäckle” in der Luft beim Einschalten würde ich schätzen dass am Sockel irgendwo ein Kurzschluss ist.

Manchmal ist es besser, seine Fähigkeiten nicht zu überschätzen und zu wissen, wann man genug gutes Geld schlechtem hinterher geworfen hat.

Was heisst das nun im Endeffekt? Nun ja ich hatte mir schon immer einen Plan B für den TV Ideal zurechtgelegt…

Im August ist Metzgete

Unsere nördlichen Nachbaren würden mein vorgehen mit “muss man alles neu machen” beschreiben. Und das ist auch mein Plan. Der TV-Ideal wird geschlachtet und neu bestückt!

Also machte ich mich ans Werk und riss all die unzähligen Platinen und Adapterplatinen, welche mich schon immer genervt haben aus dem Spanplatten-Albtraum.Die verbratene Röhre durfte sich auch endlich aus dem Gehäuse verabschieden und darf sich auf Ihr Grab im Recycling Center freuen.

Per Zufall konnte ich vor ein paar Wochen gratis einen 21″ Fernseher abholen. Genau die gleiche Grösse wie die Bildröhre im TV-Ideal.

Ihr könnt meinen Plan sicher schon erahnen: Die Bildröhre des Fernsehers wird aus Ihrem Plastik-Gefängnis befreit und in das Gehäuse des TV-Ideal eingebaut. Dabei lasse ich das Original-Chassis vom JVC Fernseher intakt und werde das Bildsignal über einen Scart-Adapter vom französischen Hersteller SmallCabs auf den Fernseher führen.

Die Stromversorgung erfolgt vorerst über ein Standard PC-Netzteil und Später über ein normales Arcade-Netzteil, welches auch die für manche Spiele notwendigen -5V liefert.

Der Lautsprecher wird über ein Mini-Verstärker angesteuert.

Verbunden wird das ganze über ein Standard Jamma-Kabelbaum.

Season 2 Preview

In der nächsten Staffel der TV-Ideal Saga könnt ihr euch also auf einen funktionierenden Automaten freuen. Eine Grundvorraussetzung, bevor das Gehäuse verschönert wird.

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Restauration

Sega Hang-On Restauration #1

Anfang März holte ich zusammen mit einem Kumpel einen Sega Hang-On in Stuttgart ab. Trotz meiner engeschränkten Möglichkeiten am Anfang konnte ich immer wieder kleine Fortschritte verzeichnen. Sämtliche Arbeitsschritte wurden zeitlich versetzt durchgeführt und dies ist keineswegs eine chronologische Arbeitsdokumentation. Diese findet sich in der Projektseite.

Die Ausgangslage: Eine gute Basis

Inseriert war der Hang-On mit einem Wärmeschaden, das heisst nach ca. 20 Minuten Laufzeit würde das Spiel nicht mehr richtig laufen. Dieses Problem hat sich bei mir nicht gezeigt, was wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass der Verkäufer vor dem Verkauf noch die Betriebsspannung leicht erhöht hat. Trotzdem hatte der Automat ein paar Probleme und Unschönheiten:

  • Sockel beschädigt (Transportschaden)
  • Lenkergummi links klebrig, rechts beschädigt (Isolierband)
  • Lenker zieht im Spiel manchmal nach rechts
  • Tachobeleuchtung nur auf einer Seite
  • Startknopf klemmt manchmal
  • Bremshebel sehr locker
  • Bremshebel Farbschaden
  • Unschöner Fleck mitten auf dem Bildschirm
  • Kratzer am Gehäuse
  • Zigaretten-Schmelzabdrücke am Bezel

Die grosse Putzaktion

Der Sega Hang-On war der allererste Automat sowie das allererste Möbelstück allgemein, welches den Weg in meinen Hobbyraum fand. Trotzdem war ich froh, dass ich zumindest einmal mit einem Projekt anfangen konnte. Als allererstes machte ich mich also auf in den Baumarkt und holte eine Trittleiter sowie verschiedene Putzutensilien. Im Internet fand ich einen Verkäufer von Red Devil Spezialreiniger. Mit zwei Sprühflaschen (1x Red Devil, 1x Wasser) machte ich mich daran, den ganzen Siff vom Automaten wegzuputzen. Unglaublich, wie viel Dreck dort vom Automaten wegkam:

Ein paar Wochen später stellte ich fest, dass die Fussablage im Original ein viel kräftigeres Rot hatte, als es bei mir der Fall war. Per Zufall fand ich dann einmal bei meinen Lebensmitteleinkäufen eine Bürste. Damit würde es möglich sein, den ganzen Siff auch noch aus der Fussablage zu bekommen.

Nun zogen wieder ein paar Wochen ins Land, an denen ich an anderen Projekten weiterarbeitete. Doch als ich mir dann die Lenkermechanik anschaute, war gerade die Möglichkeit gekommen, die Scheibe zu putzen und den Abdruck in der Mitte des Bildschirms zu entfernen.

Beim Abnehmen des Bezels fand ich auch schon die erste Überraschung: ein kleines Mülldepot. Passend zu den Schmelzschäden am Bezeln fand ich einige Zigarettenstümmel, Strohhalmverpackungen und anderen Müll hinter dem Bezel. Leider vergass ich, dieses tolle Vorkomnis bildlich festzuhalten. Mit der Bürste und Alkohol und Putzmittel konnte ich schliesslich das Bezel soweit reinigen, dass die Schmelzschäden wenigstens nicht mehr ganz so schlimm aussehen. Hinter dem Plastikbezel verbargen sich zwei weitere Scheiben, eine aus Glas und eine aus Kunsstoff. Beide waren immens dreckig und auf der Kunsstoffscheibe fand sich auch der sichtbare Fleck. Dieser war leider nicht ganz zu entfernen, mit einem Melanin-Reinigungsschwamm konnte ich ihn aber fast ganz wegpolieren.Zu guter Letzt galt es noch die Bildröhre selbst zu reinigen, welche ebenfalls eine dicke Dreckschicht drauf hatte.

Das Ergebnis: Das Spielgeschehen sieht jetzt tausend mal besser aus. Wie Tag und Nacht! Unglaublich, was für einen grossen unterschied saubere Scheiben und Bildröhren machen.

Bildqualität nach dem Putzen der Scheiben und Bildröhre

Überarbeitung des Lenkers

Neben Putzarbeiten arbeitete ich immer mal wieder am Lenker. Als allererstes entfernte ich das Isolierband vom rechten Lenkergummi, nur um festzustellen, dass der Gummi sich irgendwie an die Form des Isolierbandes angeglichen hat.

Da es unmöglich war, genau denselben Lenkergummi wieder zu finden, wollte ich zuerst beide Gummis ersetzen.Ich bestellte also kurzerhand zwei Lenkergummis, welche mir vom Aussehen her gut gefielen. Paralell dazu fand ich im Supermarkt meines Vertrauens ein Gummi-Pflegemittel, welches ich über mehrere Tage verteilt immer wieder auftrug.

Als ich dann meine Ersatz Lenkergummis anbringen wollte, stellte ich fest, dass der linke Lenkergummi bombenfest hielt. Ausserdem fühlte er sich nach der Behandlung mit dem Pflegemittel auch viel besser an. Da es sich um das Original-Lenkergummi handelte, entschied ich mich, nur den rechten Gummi zu tauschen. Dieser kam auch fast von alleine vom Griff weg. Das ganze hatte nur einen Wehrmutstropfen: Der neue Lenkergummi passte nicht zum anderen und fühlte sich im Vergleich zum linken sehr billig und minderwertig an.

Mit diesem Griff würde ich nicht glücklich werden, also bestellte ich mir kurzerhand einen anderen. Nach einigem Suchen fand ich einen Griff, welcher dem Original-Griff sehr nahe kam. Dieser war ebenfalls schnell angebracht.

Nun machte ich mich an die Revision der Mechanik/Elektronik. Nachdem ich mir die passenden Bits für die Sicherheitsschrauben beschafft hatte, war das Bedienpult schnell demontiert und nach unten geklappt. Dort fand ich dann verschiedene Zahnradabschnitte zu sehen, welche die Drehbewegung zu einem 5k-Potentiometer übertrug. Ich gönnte beiden Teilen einen kleinen Spritzer WD-40 und machte mich dann daran, den Potentiometer zu messen. Das Spektrum reichte dabei von 1Ω (Lenker ganz links) zu 3.6Ω (Lenker ganz rechts). Der Verkäufer hatte mir noch eine Tüte mit der Anleitung un einigen Ersatzteilen mitgegeben, dort war ebenfalls dieser 5K-Potentiometer dabei. Dieser Ersatz-Potentiometer hatte ein Spektrum vom 0Ω bis 4.9Ω. Da dieses Bauteil ebenfalls schon gebraucht war, also eher ein Alt-Teil weil, entschied ich mich, den Pot nicht zu tauschen, da im Spiel sämtliche Winkel problemlos erfasst werden und die Lenkbewegung sowieso nicht das ganze Spektrum des Potentiometer abdeckt. Ich stellt sicher, dass sämtliche Flachsteckkontakte wieder fest an Ort und Stelle sitzten und beliess es dann dabei.

Als nächstes machte ich mich daran, die vordere Verschalung des Lenkers zu entfernen. Dort konnte ich die zwei T10 Glassockellampen wechseln. Laut Handbuch ist die Lampenfassung auf 14V und 0.26A ausgelegt, also ca 3.64 W Leistung. Im Baumarkt finden sich allerdings nur Birnen mit 5W Leistung unter 12V. Da ich keine Probleme wegen eventuell überhöhter Temperatur haben wollte, fand ich schliesslich im Internet 2W Birnen. Diese würden zwar nicht ganz so hell sein, aber damit kann ich gut leben.

Danach schaute ich mir das Problem mit dem lockeren Bremshebel an. Durch verstellen einer Mutter am Endstück des Bremsdrahts konnte ich fast den ganzen Bewegungsradius des Zahnradabschnitts wiederherstellen. Ich bin mir sicher, dass ich mit ein paar günstigen Hausmitteln dies wieter verbessern kann. Ich muss mir also nicht unbedingt einen neuen Bremsdraht kaufen.

Einstellen des Bremsdrahtes durch Arretierung der Mutter am Endstück

Zu guter letzt widmete ich mich noch dem Startknopf. Durch simples lösen eines O-Ringes konnte ich es schaffen, dass der Startknopf nicht mehr verkeilt und zuverlässig wieder zurückspringt.

Das Ergebnis: Ein schönes teilrevidiertes Bedienpult.Ob alle meine Eingriffe dauerhaft Wirkung zeigen wird sich zeigen.Ich werde es auf jeden Fall gerne ausgiebig testen.

Ende der ersten Etappe

Gerne zeige ich euch hier noch ein Bild des Ergebnisses der ersten Etappe:

Gerne möchte ich noch meine To-Do Liste vom Anfang wieder aufgreifen und die entsprechenden Punkte abhaken:

  • Sockel beschädigt (Transportschaden)
  • Lenkergummi links klebrig, rechts beschädigt (Isolierband) ✅
  • Lenker zieht im Spiel manchmal nach rechts ✔
  • Tachobeleuchtung nur auf einer Seite ✅
  • Startknopf klemmt manchmal ✔
  • Bremshebel sehr locker ✔
  • Bremshebel Farbschaden
  • Unschöner Fleck mitten auf dem Bildschirm ✅
  • Kratzer am Gehäuse
  • Zigaretten-Schmelzabdrücke am Bezel

Im nächsten Abschnitt wird es also darum gehen, verschiedene optische Makel auszubessern. Ich werde mir dafür noch ein paar Dinge einfallen lassen müssen.

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Endlich: Der Umzug ist geschafft

Mehrere Monate war ich auf der Suche nach einem passenden Hobbyraum, um endlich meine Automatensammlung wieder fit zu machen und mit ihnen zu spielen. Bei den Eltern zuhause fehlte einfach der Platz. Nachdem die Corona Pandemie etwas abgeebt ist, konnte ich nun endlich meine Automaten zügeln.

Raum super, Lage beschissen

Seit Anfang des Jahres war ich auf der Suche nach einem Hobbyraum. Ich habe ein paar Hobbyräume gefunden, welche an sich auch bestens geeignet waren, jedoch war die Lage meistens mehr als unvorteilhaft. Oft sind die Hobbyräume in Kellern von Mehrfamilienhäusern oder Wohnblöcken angesiedelt und nur durch Treppen oder kleine Lifte erreichbar, dies wäre überhaupt nicht ideal für mein Hobby gewesen, zumal ich ja schon effektiv Automaten hatte, bei denen dies zum Problem geworden wäre, zum Beispiel der Cruis’n World mit seiner imposanten Höhe von über 2 Metern. Ein anderer Hobbyraum wäre einigermassen gut über eine Garagentür zugänglich gewesen, jedoch wurde der Zugang zu dieser Tür landschaftsgärtnerisch etwas zugebaut, nur ein paar Gehwegplatten machten den festen Untergrund aus. Auch dies war nicht ideal.

Aller guten Dinge sind jedoch drei und ich stiess danach auf den folgenden Raum,welcher über einen idealen, ebenerdigen Zugang verfügte:

Der Raum an sich ist natürlich nicht besonders schön, im Grunde genommen wurde einfach zwischen zwei bestehende Gebäude ein Dach darübergebaut, jedoch war die grundlegende Form sowie der ebenerdige Zugang für mich auschlaggebend. Ein WC oder Lavabo war ebenfalls nicht vorhanden, dies ist zwar nicht ganz ideal aber mit dem würde ich leben können. Der Mietvertrag war dann Ruckzug ausgestellt und unterschrieben. Der erste Automat (Sega Hang-On) fand auch schnell seinen Weg in den Raum, doch danach wurde es etwas schwierig.

Die Corona Pandemie breitete sich schnell aus und entsprechend hart waren die Massnahmen und die generellen Angstzustände der Bevölkerung. Einen Mietwagen zu mieten war nicht mehr so einfach und jeder war darauf aus, möglichst wenig Kontakt mit anderen Menschen zu haben. In dieser Zeit machte ich was ich konnte, so konnte ich günstig ein paar Möbel aus den gängigen Auktionsplattformen beschaffen und ein paar kleinere Arbeiten am Sega Hang-On durchführen.

Glücklicherweise ging diese Zeit auch zu Ende, was mir endlich den nächsten Schritt ermöglichte:

Freundschaftsdienst zum Zweiten

Als ich meinen Nintendo Cruis’n World gekauft hatte, half mir ein Freund glücklicherweise aus der Patsche, in dem er einen Brücken-Transporter von seiner Firma ausleihen konnte und den Automaten in die Garage meiner Eltern brachte. Auch dies war für mich die wieder die beste Lösung, da dieses Fahrzeug vom Verladen und Ausladen her einfach ideal für diesen sehr schweren Automaten war.Ausserdem konnte ich so den TV-Ideal sowie den Royal Tafelvideo ebenfalls in einer Fahrt mitnehmen. Zusammen mit meinen zwei Brüdern luden wir die Automaten auf, fuhren zu meinem Hobbyraum und innert ca 15 min waren alle Automaten in meinem Hobbyraum. Ein tolles Gefühl, endlich vernünftigen Zugang zu diesen Geräten zu haben.

Die Krönung: Eine Velotour vom Tessin ins Rheintal

Als krönenden Abschluss konnte ich schliesslich noch einen neuen Automaten kaufen, welcher freihaus vom Tessin bis in meinen Hobbyraum geliefert wurde. Eigentlich hatte ich meine Augen auf einen Sega Nascar Racing Twin Automaten geworfen, jedoch wurde mir dies schnell zu teuer. Deshalb entschied ich mich für etwas sehr spezielles: Ein Namco Prop Cycle

Bei diesem Spiel steuert man ein pedalbetriebenes Luftgefährt durch verschiedene Level und versucht, so viele Ballone wie möglich zum Platzen zu bringen. Ein Heidenspass:

Prop Cycle in Aktion

Wie auf den Bildern zu sehen gibt es noch ein Problem mit dem Monitor: Die riesige 33″ Bildröhre hat nicht das richtige Chassis installiert, weshalb nicht das ganze Bild angezeigt werden kann. Ebenfalls funktionieren die beiden Lüfter auf der Vorderseite, welche den Fahrtwind simulieren sollen, nicht richtig, sie mussten abgehängt werden da Sie Bildstörungen verursachten. Ausserdem fehlt auf dem “Velo” noch eine Plastikverschalung.Zu guter Letzt fehlt auf der rechten Seite das Sideart. Dies sind alles Dinge, welche ich mir zu gegebener Zeit anschauen werde. Prinzipiell ist der Automat aber funktionsfähig und er macht saumässig Spass.

Impressionen zum Abschluss

Da die Baumärkte wieder geöffnet sind, konnte ich mir ebenfalls etwas Werkstattausstattung besorgen und viele Dinge welche bei mir oder den Eltern eingelagert waren einräumen. Gerne zeige ich hier noch ein paar Impressionen von der zu ca 60% eingerichteten Werkstatt.

Ich bin super froh, endlich eingerichtet zu sein und mit der Arbeit beginnen zu können. Deshalb werdet ihr jetzt deutlich mehr Inhalt bekommen in nächster Zeit.

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Allgemein

Durchbruch in der Forschung zum Royal Video Cocktail

Schon beim letzten Mal konnte ich durch eine Nachricht des Verkäufers weitere Infos zum Royal Video Coktail herausfinden, nun ist es noch viel besser gekommen

Der Schatz lauert vor der eigenen Haustür

Es ist ein weiterer dieser Cocktail Tische auf Ricardo aufgetaucht, sogar in meinem Nachbardorf. Schnell fand ich heraus, dass ich den Verkäufer sogar kenne.

Wie auf den Bildern zu sehen ist bei dieser Auktion die gesamte Dokumentation dabei. Ich habe mich ja sogar mit der Hoffnung darauf auf der Novamat Webseite angemeldet, was bis jetzt unbeantwortet blieb. Ebenfalls würde es möglich sein, das Pinout des sehr speziellen 36Pin Steckers herauszufinden, auf das manuelle herumprobieren hatte ich sowieso keine Lust.

Update: Es handelt sich nicht um einen TTe Connectivity AMP Stecker sondern um einen ITT Cannon TST36PA00

Also kontaktierte ich den Verkäufer und konnte den Tisch am nächsten Tag anschauen. Das Schlechte vorweg: Auch hier war die Glasscheibe nicht Original und das Pinout war in der Anleitung nirgends zu finden. Jedoch konnte ich die ganze Dokumentation sowie den AMP zu Jamma Adapter für ein paar Tage ausleihen zum Scannen/Notieren des Pinouts. Jackpot!

Doch nicht so selten, zumindest in der Schweiz!

Mein Kumpel hat mir erzählt, dass er den Automaten von einem Bekannten abgekauft hat, welcher einen Club in der nächstgrösseren Stadt betreibt. Anscheinend hatte er in einem Nachbardorf ein ganzes Lager mit solchen Geräten, welcher er zu dieser Zeit fleissig auf Ricardo verkaufte. Es schwirrten wilde Fantasien durch meinen Kopf, würde ich hier auch den OutRun Standard Sitdown finden, welcher immer beim Elektronikhändler war? Unwahrscheinlich wäre es nicht, jedoch vermutlich längst verkauft. Auf jeden Fall weiss ich jetzt, in welchen Kneipen ich mich herumtreiben muss, um eine Chance zu bekommen, unverbindlich nachzufragen.

Es zeigt also auch, dass die Novomatic AG wohl eine ganze Menge von diesen Automaten aus Holland importiert haben muss, ich finde es trotzdem interessant, dass sich so gut wie keine Infos dazu Online finden. Anders als in Deutschland gibt es in der Schweiz meines Wissens eine eher unvernetzte Community von Arcade-Enthusiasten, was auch erklärt weshalb Infos zu den Automaten von deutschen Herstellern Informationen viel besser verfügbar sind. Es würde mich sehr freuen, mit dieser Webseite einen Beitrag dafür zu leisten.

Und zu guter letzt: Die Ergebnisse meiner Nachforschung

Gerne stelle ich hier noch die Scans der gesamten Dokumentation sowie das Pinout des AMP zu Jamma Adapters zur Verfügung.

Royal Video Tafelvideo komplette Dokumentation

HiRes Version (~80MB)
MidRes Version (~8 MB)

PDF icon icon by Icons8

TST36PA00 zu Jamma Adapter Pinout

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1
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O
36
Pin-Nummerierung des 36 Pin TST36PA00 Steckers
ITTC PinFunctionJamma PinJamma Side
1Ground1SS
1Groundext. Sw.¹
2Ground2SS
3Ground1PS
4Ground27PS
5Ground28SS
6Video Ground14SS
7Speaker+²10PS
8Speaker-²10SS
9Video Sync13SS
10Video Red12PS
11Video Green12SS
12Video Blue13PS
13Key
14-5V5PS
15Key
16+12V6PS
17+5VPS
18+5VPS
19Player 1 Btn 122PS
20Player 2 Btn 122SS
21Player 1 Btn 223PS
22Player 2 Btn 223SS
23Player 1 Btn 324PS
24Player 2 Btn 324SS
25Key
26Player 1 Start17PS
27Player 2 Start17SS
28Player 1 Right21PS
29Player 2 Right21SS
30Player 1 Left20PS
31Player 2 Left20SS
32Player 1 Up18PS
33Player 2 Up18SS
34Player 1 Down19PS
35Player 2 Down19SS
36Coin Switch #1 16PS
36Coin Switch #1ext. Sw.¹
Pin Belegung und Zuordnung zum Jamma-Standard

¹ = Diese Kabel werden mit einer Kabelklemme aufgesplittet und zu einem externen Schalter am Gehäuse geführt (Service Coin)

² = Für diese Kabel wurde Standard Lautsprecherkabel verwendet

³ = Am Jamma Stecker wurde bei diesen Pins dann jeweils PS (Parts Side) und SS (Solder Side) mit einem Kabel überbrückt

Nun geht es an die Arbeit und an das Bauen dieses Adapters, die Teile dazu sind bestellt und es wird einen weiteren Blogartikel dazu geben.

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TV Ideal Netzteil & Chassis Revision #1

Der Segen des Online-Shoppings

Es ist Mitte April 2020, genauer gesagt Ostermontag 2020. Der Lockdown ist immer noch aktiv und die Baumärkte noch immer geschlossen. Glücklicherweise sind die Online-Shops noch offen, auch wenn die Auslieferung etwas länger dauert. Die Osterpause konnte ich so unglücklicherweise nicht optimal nutzen. So fehlt mir für die Restauration des Sega Hang-On immer noch ein Satz Sicherheitsbits. Ein entsprechendes Set konnte ich im Online-Shop des Elektronikhändlers reichelt.de finden. Da ich weiss, dass dieser Shop auch Elektronikbauteile verkauft, wäre es eine ideale Gelegenheit, auch die entsprechenden Elkos für das Netzteil und das Chassis des TV-Ideals zu bestellen. So machte ich mich mit Papier und Stift daran, mir die benötigten Bauteile herauszusuchen.

Sinn und Unsinn der Shotgun Methode

Für uns Nicht-Elektroniker ist es sehr verlockend, alle Elkos auf so einer Platine zu tauschen, insbesondere wenn man schon Probleme mit dem entsprechenden Automaten hatte oder dieser gar nicht funktioniert. Hier spricht man umgangssprachlich von der Shotgun-Methode: Wie bei einer Schrotflinte werden alle Elkos getauscht, ob diese noch gemäss Spezifikation funktionieren oder nicht. Dafür gibt es zahlreiche Gründe:

  • Elektrolyt Kondensatoren können nach so langer Zeit gerne auslaufen und die Leiterbahnen auf der Platine ruinieren, das Tauschen kann also rein prophylaktisch sein
  • Elkos sind mit Hausmitteln nur schwer zu messen und können mit einem gewissen Alter nicht mehr die geforderten Werte liefern, auch wenn diese von Aussen noch einwandfrei aussehen
  • Elkos sind billig in der Beschaffung, es gibt keinen Grund aus Kostengründen auf das Ersetzen der Elkos zu verzichten
  • Für Nicht-Elektroniker ist es ein bequemer erster Schritt, eine nicht mehr funktionierende Platine mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit wieder flott zu bekommen
  • Das Tauschen aller Elkos auf einem Chassis oder einem Netzteil mag zwar aufwändig sein, jedoch ist es nicht besonders schwierig, da es sich im Automaten-Umfeld meist um Through-Hole Komponenten handelt

Natürlich kann bei so einer Operation auch einiges schiefgehen, dies kann allerdings relativ einfach umgangen werden, wenn man auf folgende Dinge achtet:

  • Polarität beachten: Elkos haben eine positive und negative Seite, wird das Bauteil falsch eingebaut, so kann dieses explodieren, sobald es unter Strom steht
  • Der µF Wert des neuen Bauteils sollte mit dem des alten Bauteils übereinstimmen, der Spannungswert (V) sollte mindestens so hoch sein wie das Original-Bauteil, darf aber auch höher sein
  • Auf Bauform achten (axial, radial, Einbautiefe)
  • Elkos einzeln tauschen: Möglicherweise vergisst man sonst, wo welcher Typ verbaut ist
  • Überlange Montagepins erst am Schluss abklipsen, so sieht man, welche Elkos man schon getauscht hat

Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, dass die Polarität eines der wichtigsten Punkte darstellt. Doch wie erkennt man, welche Seite Positiv und welche Negativ ist und wie die Elkos eingebaut werden müssen?

Dies ist relativ einfach: Die negative Seite des Elkos ist meist mit einem Streifen markiert, ausserdem ist der längere der beiden Montagepins ist immer die positive Seite.

Am einfachsten ist es, beim Entlöten der alten Elkos auf die Polarität zu achten und den neuen Elko dann genau gleich einzubauen, also ein weitere Vorteil der “Einen nach dem Anderen”-Methode. Meist ist die Polarität zusätzlich auf dem Board markiert (mit + oder – oder einer Markierung, welche mit der negativen Markierung des Elkos übereinstimmen soll), jedoch erinnere ich mich gerne an eine Folge der Youtube-Sendung “John’s Arcade”, bei dem die Markierung auf dem Board falsch war. Man kann sich also nicht immer auf die Markierungen verlassen. Wie weit verbreitet falsche Markierungen sind kann ich aufgrund fehlender Erfahrung nicht beurteilen.

Man sieht also, es kann durchaus Sinn machen, die Shotgun Methode anzuwenden und alle Elkos auf einer Platine aufs Geradwohl zu tauschen, insbesondere wenn man etwas Erfahrung mit einem Lötkolben hat. Da dies bei mir nicht der Fall ist, beschränke ich mich bei der Installation von Cap-Kits (Elko-Sets) nur auf Elektronik, die ausdrücklich nicht mehr funktioniert. Da es sich beim TV-Ideal um ein generisches Unicab handelt, wäre es nicht Schade, wenn ich die Elektronik endgültig zerstöre. Ebenfalls kann ich so etwas Erfahrung sammeln, um zukünftig auch etwas heiklere Original-Hardware zu behandeln.

Identifikation der Elkos

ACHTUNG:

Es ist gut möglich, dass ich hier Fehler gemacht habe. Es wird ausdrücklich empfohlen, die weiteren Artikel abzuwarten um zu sehen, ob meine Informationen richtig waren.

Es ist irgendwie lustig und traurig zu gleich, dass ich die entsprechenden Informationen zu den Elkos nirgends im Internet oder dem Service-Manual finden konnte. Bei weit verbreiteten Arcade-Monitoren gibt es gar vorgefertigte Sets (sog. Cap-Kits) zu kaufen, bei denen alle benötigten Elkos inklusive einer Anleitung vorhanden ist. Somit kann man sich die Arbeit, welche ich in diesem Schritt tun musste, sparen kann. Da ich diese Arbeit jahrelang aufgeschoben hatte, war ich überrascht, dass ich bereits nach ca 20 min alle benötigten Elkos ablesen und aufschreiben konnte. Nun kommt die fast lästigere Aufgabe: passende Elkos im Online Shop finden. Da wie gesagt bis jetzt keine entsprechende Liste existiert, bin ich froh dies hier als Referenz zu veröffentlichen. Angefangen beim Netzteil.

TV-Ideal Netzteilplatine

Netzteilplatine des TV-Ideal Standards
Menge Spannung (V) Kapazität (µF) FormatLink
240 V1000 µF axialKlick
125 V1000 µF axialKlick
225 V2200 µF axialKlick
625 V10 µF radialKlick
150 V6800 µF radialKlick

Valvo VCC 91 Chassis

Hier erinnere ich mich, bei meiner Recherche vor einigen Jahren von einem versierten Fernsehtechniker mit Erfahrung mit diesem Chassis gehört zu haben, dass er “die grossen Metallbecher” immer drin lässt. Dies werde ich ebenfalls so handhaben.

TV Ideal Chassis Valvo VCC 91
MengeSpannung (V)Kapazität (µF)FormatLink
140 V220 µF axial (radial)*Klick Klick
135 V22 µF radialKlick
263 V4.7 µF radialKlick
550 V10 µF radialKlick
325 V100 µF radialKlick
216 V470 µF radialKlick

* Es wurde ein axialer Elko radial verbaut, ich liste beide Varianten zum Kauf

Teile bestellt. Was nun?

Ich möchte hier noch einmal darauf hinweisen, dass ich mich möglicherweise beim Ablesen oder bei der Menge vertan habe. Deshalb bestelle ich deutlich mehr Bauteile als benötigt. Ebenfalls würde ich allen Lesern raten, einen möglichen positiven Projekterfolg abzuwarten, bevor Ihr selbst auf Grundlage dieser möglicherweise fehlerhaften Informationen die Teile bestellt.

Nachdem dies erwähnt wurde gilt es nun noch eines: Abwarten und Teetrinken. In meinem nächsten Blogartikel werde ich mich der Installation des Cap-Kits widmen.

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Roadtrips

Übers Wochenende nach Stuttgart heruntergekesselt

//www.youtube.com/watch?v=gbjngR7wwYA&autoplay=1

Control Panel gesucht Sega Hang-On gefunden

Bei meiner Suche nach TV-Ideal Control Panels bin ich mittels der Seite picclick.de auf ein E-Bay Listing für einen Original Sega Hang-On Upright aus dem Jahre 1985 gestossen. Preislich war das Angebot auch vollkommen in Ordnung. Der Automat stand in der Nähe vom rund 250km entfernten Stuttgart, eine machbare Distanz, insbesondere, da es sich beim Hang-On um etwas Besonderes handelte.

Ich konnte nicht wiederstehen, nachdem ich meinen Kaufentscheid zuerst noch ein paar Tage habe ruhen lassen, drückte ich schliesslich sehr spontan ab, ohne zu wissen, wie ich das Gerät schliesslich abholen würde.

Von Malaga zum Bosporus

Per Zufall erzählte mir ein Freund, wie er letztens einen Sega-Rally in freier Wildbahn gefunden hat und grosse Freude hatte, wiedereinmal ein paar Runden zu spielen. So kamen wir schnell ins Gespräch und ich erzählte ihm, dass ich noch jemanden suchen würde, um den Sega Hang-On abzuholen. Er fand die Idee sehr interessant und so beschlossen wir, einen kleinen Wochenendausflug nach Stuttgart zu unternehmen und uns eines der Automobilmuseen anzusehen und das Nachtleben zu erkunden. Da er gute Kontakte zu einer Autogarage hatte, konnte er sehr günstig einen geeigneten Transporter mieten.

Nun war der Tag endlich gekommen, wir holten den Transporter von der Garage ab und machten uns auf den Weg Richtung Stuttgart. Die ca 3 Stunden Fahrzeit vergingen sehr schnell, da wir uns bestens zu unterhalten wussten. Neben zahlreichen Lastwagenfahrerwitzen amüsierte uns unter anderem das fiktive Szenario des fiktiven Lastwagenfahrers Heiri Müller welcher von seiner Ehefrau und Disponentin Vreni nach einer 16 Stunden Fahrt ins spanische Malaga, noch einen kurzfristigen Auftrag erhielt um “irgendwelchen Plunder” an den Bosporus zu liefern. Im Gespräch habe ich ebenfalls viel neues gelernt, beispielsweise wie Lastwagenfahrer auf langen Fahrten ihre Einsamkeit bewältigen. Für alle Interessierten: sucht mal auf Google nach “Truckermuschi”.

Wir verpflegten uns dabei mit feinem Pour Over Kaffee aus der Thermoskanne und mit einem Zwischenstop im Subway waren wir schon bald am Abholort angekommen.

In einer Reihenhaussiedlung stiessen wir auf den Verkäufer, durch ein sehr enges Gässchen erreichten wir schliesslich die Garage, in der der Automat stand. Laut dem Ebay-Listing hatte der Automat einen Wärmeschaden, schaltete sich also nach ca 30 Minuten ab. Der Verkäufer sagte mir allerdings, dass er die Betriebsspannung noch etwas nach oben gestellt hätte, eventuell würde dies bereits reichen. Da wir uns etwas verspätet hatten, lief der Automat wohl schon eine ganze Weile. Es ist also gut möglich, dass ich gar nicht mehr viel am Automaten werde machen müssen.

Neben dem Hang-On hatte der Verkäufer noch einen Sega Out-Run Upright, einen Hellomaten und einen Universalautomaten des deutschen Herstellers Loewe. Ich wollte schon immer einmal einen Sega Out-Run haben, jedoch wollte sich der Verkäufer von diesem nicht trennen. Aus meiner Sicht verständlich. Am allerliebsten hätte ich sowieso die Sitdown Variante, genauer gesagt die Standard Sitdown Variante von Out Run (nicht das Deluxe Cabinet). Ein solcher Automat stand bei uns in der Gegend manchmal beim Elektronikhändler und ich freute mich immer wie ein Schnitzel, wenn ich ihn wieder einmal spielen konnte. Leider ist er längere Zeit nicht mehr aufgetaucht und wird wohl nicht mehr auffindbar sein. Mich würde interessieren, was mit dem Automaten aus dem Kaufhaus wohl passiert ist. Es wäre zu schön, wenn ich den Besitzer ausfindig machen könnte um ihm den OutRun eventuell abzukaufen.

Zu dritt hievten wir den rund 120kg schweren Autoamten schliesslich in den Laderaum des Transporters. Unglücklicherweise hatte dieser Automat keine Rollen. Da bis jetzt sämtliche Automaten, welche ich abgeholt hatte, Rollen hatte, hatte ich keinen Lastenwagen dabei. Dies würde ich beim nächsten Mal bestimmt anders machen. Während mein Kumpel mit der Ladungssicherung beschäftigt war, klärte ich das Finanzielle mit dem Verkäufer und machten uns danach auf Richtung Stadt, wo wir dank des deutschen Diesel-Embargos den Transporter in einer Seitenstrasse abstellen mussten, um mit der S-Bahn bis zu Innenstadt zu gelangen.

Corona in Deutschland nur in Flaschenform

Nach dem Check-In im Hotel legten wir uns kurz hin und machten uns dann auf, das Stuttgarter Nachtleben zu erkunden. Da es noch sehr früh war, kehrten wir zunächst in der Wichtel Hausbrauerei in Feuerbach ein, da dies in der Nähe von einem Club war, welcher mein Kumpel schon einmal besuchte. Die Spezialität des Hauses, der sogenannten Wichtelkuchen, war sehr lecker und dazu gab es vortreffliches hausgebrautes Bier. Bei einer Rauchpause empfahl uns einer der anwesenden Gäste, lieber in die Innenstadt zu gehen, da dort die Clubauswahl deutlich besser ist.

So gönnten wir uns zunächst ein paar Drinks in entspannter Atmospähre im BIX Jazzclub und waren dann bereit, uns ins Nachtleben zu stürzen.

Von der ganzen hiesigen Hysterie um den Corona Virus war in der Stuttgartet Clubszene nichts zu spüren. Wo hierzulande selbst kleinere Anlässe zu je 50 Personen abgesagt werden, waren sämtliche Clubs gut gefüllt und so feierten wir ausgeslassen bis in die späte Nacht. Da wir am nächsten Tag wieder zurückfahren mussten, machten wir um ca 5 Uhr Feierabend.

Vom Motorradspiel zum Motorsport

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Hotelbuffet machten wir uns mit einem noch etwas dicken Schädel auf zum Porschemuseum. Schon von weitem stach der imposante Bau aus der Landschaft hervor.

Ich kann das Porschemuseum jedem wärmstens ans Herz legen, welcher etwas Zeit in Stuttgart totzuschlagen hat. Als auch nicht Automobilverrückter war es sehr interessant, die “fetten Schlitten” anzuschauen und sich über die Geschichte von Porsche zu informieren. Viele dieser Automos sind wahre Kunstwerke und auch abgsehen von der (motorsport-)historischen Bedeutung in Sachen Ästhethik und Design sehr interessant. Sollte man all dem trotzdem nichts abgewinnen können, so gibt es immerhin vortreffliche Verpflegungsmöglichkeiten vor Ort. Nachfolgend ein paar Impressionen aus dem Porsche Museum.

In die Schweiz zurückblochen

Unser Aufenthalt in Stuttgart näherte sich langsam dem Ende. So begaben wir uns zurück zu unserem Transporter, welcher unversehrt noch genau so da stand, wie wir ihn zurückgelassen haben. Es wäre ein leichtes Gewesen, den Transporter aufzubrechen, denn ein paar Tage bevor wir den Automaten abgeholt hatte, hat ein Vormieter wohl eine Scheibe beschädigt. Beim Reparaturversuch durch die Garage ging diese dann ganz zu Bruch und das daraus resultierende Loch wurde nur notdürftig mit Karton abgedeckt. Dass jemand mal kurz den 120kg schweren Automaten unter den Arm nimmt und abhaut wäre aber sowieso sehr unwahrscheinlich gewesen. Kurz nach Mittag machten wir uns so wieder auf den Rückweg.

Auf Wiedersehen Stuttgart…

Die Rückfahrt verlief problemlos und wir hatten ähnlich viel Spass wie bei der Hinfahrt, auch wenn wir aufgrund des alkoholintensiven Vorabends ein paar Pausen mehr einlegten. Auf dem Rückweg fuhren wir noch am Mercedes-Benz Museum vorbei. Falls wir wiedereinmal in der Nähe wären, wäre dies sicher auch einen Besuch wert. Gegen Abend kamen wir dann zu Hause an und stellten den Automaten in meinen neuen Hobbyraum. Somit ist der Sega Hang-On der erste Automat, welches es in meinen neuen Hobbyraum geschafft hat.

Ein paar Tage später ging ich dann mit einem Schuko-Adapter bewaffnet zurück in meinen Hobbyraum, um zu sehen, ob der Automat auf dem langen Weg keinen Schaden genommen. Zuerst war nur Müll auf dem Bildschirm, jedoch waren alle Farben vorhanden, weshalb ich einen Schaden am Bildschirm ausschloss. Ich steckte nochmals alle Steckverbinder fest, jedoch brachte dies keine merkliche Verbesserung. Daraufhin kam mir die Idee, sämtliche gesockelten Chips auf der Spielplatine noch einmal festzudrücken, um sicherzustellen, dass diese fest sitzen und siehe da, das Spiel lief wieder einwandfrei. Natürlich musste ich den Automaten daraufhin ausgiebig testen und bis auf ein etwas locker eingestellten Gashebel funktionierte alles eiwnandfrei. Bis auf ein zwei kleiner Dinge und eine gründliche Putzaktion ist an dem Automaten also bis auf weiteres nicht mehr viel zu machen.

Nähere Informationen und Bilder zu meinem Hobbyraum findet Ihr in meinem nächsten Blogpost.

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Ferrari für 80 Franken bis zur Bordsteinkante geliefert

Von Bern nach Sargans zum Selbstkostenpreis

Im August 2019 kam der Anstoss, mich wieder mit meinem Auf Eis liegenden Hobby zu beschäftigen. Während der Mittagspause auf der Arbeit habe ich per Zufall einen Cruis’n World Upright entdeckt. Das Unglaubliche daran: die Gebote standen erst bei 1 Franken, und das obwohl die Auktion nur noch ein paar Stunden dauerte.

Klar, dass das Spiel nicht dabei ist war für viele wohl ein Nachteil. Mir war aber klar dass ich bei diesem Automaten auf eine Emulationslösung setzen würde, um sämtliche 3 Teile der Cruis’n Serie (Cruis’n USA, Cruis’n World und Cruis’n Exotica) spielen zu können. Das Gehäuse und das Sideart schien in sehr gutem Zustand zu sein.

Auch wenn ich noch nicht genau wusste, wo ich den Automaten hinstellen könnte, konnte ich mich nicht zurückhalten und machte ein Gebot von 2 Franken. Und tatsächlich wurde ich nicht mehr überboten. Am nächsten Tag machte ich mich dann daran, den Transport zu organisieren. Mein Arbeitskollege gab mir einen heissen Tipp, und zwar gäbe es eine Website, welche Leerfahrten vermittle und so sehr günstige Transporte anbieten kann. Ich klärte schliesslich den Abholtermin mit dem Verkäufer ab und buchte schliesslich den Transport. Für knapp 80 Franken würde mir der Automat nach Hause geliefert werden. Der Verkäufer verzichtete zudem auf die zwei Franken der Auktion.

Übernachtung auf dem Aussenparkplatz

Knapp zwei Wochen später war der Tag gekommen, der Automat würde geliefert werden und mein Bruder musste schnell zu meiner Wohnung vorbei, um ihn entgegenzunehmen, da der Spediteur nicht wie abgemacht eine Stunde vorher angerufen hat. Er wartete schon im Treppenhaus auf mich. Zu dritt versuchten wir dann den Automaten anzuheben und wir merkten schnell, dass meine Internetrechereche fehlerhaft war. Anstatt 130kg war der Automat ca 180kg schwer. Dies würde auch mit der Sackkarre schwer werden. Wir nahmen mehrere Anläufe, doch mussten diese immer wieder abbrechen. Irgendwie wäre es wahrscheinlich möglich gewesen, ihn in mein Keller Abteil zu stellen. Jedoch wäre es schwierig gewesen, ihn ohne spezielle Vorrichtung wieder die ca 6 Treppenstufen nach oben zu hieven.

Da wir auf die Schnelle keine Lösung fanden, packten wir den Automat mit einer Regenblache ein und stellten ihn für die Nacht auf meinen Parkplatz. Zum Glück sollte es in dieser Nacht klar bleiben.

Umzug in die Garage

Am nächsten Tag wägte ich alle möglichen Optionen ab. Ich hätte einen Umzugsdienst beauftragen können, den Automaten mit einem Treppensteiger in meine Wohnung zu bringen, jedoch wäre dies sehr teuer gewesen und der Automat muss ja irgendwann wieder nach unten. Ich entschied mich schliesslich meine Eltern anzufragen, ob sie noch Platz in der Garage hätten. Diese waren einverstanden. Nun suchte ich nach einem Mietanhänger, um den Automaten die knapp 5min Fahrtweg zu transportieren. Mein Bruder meinte dann aber, er könne seinen Kumpel fragen, er hätte vielleicht ein passendes Fahrzeug. Dieser erklärte sich bereit, den Automaten kurz zu transportieren. Er hatte einen kippbaren Brückentransporter mit grosser, offener Ladefläche, welche er von der Firma ausleihen konnte. Von jetzt an ging alles problemlos und der Automat war in ca 20min komplett in der Garage versorgt und abgedeckt. Ich war heidenfroh, eine Lösung gefunden zu haben und den Automaten im trockenen zu haben. Mir wurde klar, dass es kein Zustand sein würde, Automaten immer nur zu kaufen und dann irgendwo einzulagern ohne Platz, diese reparieren zu können. Ich nahm mir vor, mittel bis langfristig nach einem geeignete Hobbyraum Ausschau zu halten.

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Roadtrips

Sonntagsausflug nach Zürich für einen Arcade Spieltisch

Mein erstes Cocktail Cab

Nachdem ich kurz vor dem Jahreswechsel gratis an einen fast vollständigen Nintendo Cruis’n World gekommen war hat es mich wieder gepackt. Wieder war ich auf der Suche nach günstigen Automaten, jedoch sollte die Abholung ohne Transporter möglich sein. So stiess ich auf dieses zugegebenermassen etwas in Mitleidenschaft gezogenes Cocktail Cab, welches mich sofort interessierte:

Nachdem ich beim Verkäufer die Masse abklären konnte war das Gebot abgegeben. Auf den ersten Blick erinnerte mich der Automat an einen etwas verbastelten Atari Space Invaders, als ich die beiden Automaten dann verglich stellte ich fest, dass es sich mit Sicherheit nicht um einen Space Invaders handelte, auch wenn man sich das drangepappte Control Panel dazudachte. Ich verbrachte einige Stunden damit, verschiedene ähnliche Automaten zu vergleichen und fand keine Übereinstimmung. Ausserdem fand nur sehr wenige Spiele in der MAME-Datenbank, welche mit einem horizontalen Monitor mit zwei Spielern und jeweils drei Buttons gespielt werden können.Ich würde wohl einfach der Verkäufer fragen, ob er mehr darüber wusste.

Züri tropft!

An einem regnerischen Sonntagmorgen im Februar 2020 machte ich mich zusammen mit meinem Bruder dann auf den Weg nach Zürich, um den Arcade Spieltisch abzuholen. Vor einer Garageneinfahrt begrüsste uns der Verkäufer und seine Frau und begaben uns sogleich zum Automaten, welcher eine interessante Vorgeschichte vorzuweisen hatte. Der Verkäufer erzählte mir, dass er den Automaten aus einem Nachtclub gerettet habe. Irgendwann war dort wohl, ein Getränk darüber geschüttet worden, welches sich sofort ins Gehäuseinnere verflüchtigte. Danach wurde der Automat in irgend einen Keller gestellt und jahrelang dort gelassen. Der Innenraum sei extrem versifft gewesen und es war mit sehr viel unangenehmer Arbeit verbunden, den Automaten zu reinigen. Da hat er aber einen super Job gemacht, denn der der Automat war jetzt sehr sauber. Ich bin ihm auf jeden Fall sehr dankbar dafür, dass er diese ekelerregende Arbeit bereits erledigt hat.

Und was ist es nun?

Als er den Automaten geholt hat war anscheinend New Zealand Story darin verbaut und nhand des Typenschilds und eines Aufklebers liess sich herausfinden, dass der Automat in Holland im Auftrag von JH-Products gefertigt wurde und von der Novomat AG importiert wurde. Eine Internetrecherche brachte dann auch nicht wirklich mehr Informationen zu Tage. Der Eintrag der Firma Novomat AG wurde im Jahre 2006 aus dem Handelsregister gelöscht und die deutsche JH-Products GmbH besteht heute noch und handelt mit verschiedenen Spielwaren. Bei der Novomat AG konnte man mit der Waybackmachine bis 1998 zurück, jedoch war von dem Automaten nichts zu finden. Bei der JH-products GmbH war dies nur bis 2011 möglich und auch dort war natürlich von diesem Cocktail Cab keine Spur mehr zu finden, da diese sich längst in andere Produktsegmente vertieft hatten.

Ich würde mich damit abfinden müssen, dass ich irgend ein europäisches, generisches Unicab Cocktail gekauft habe. Eventuell könnte ich mich mit diesem Blogs ja auf Unicabs spezialisieren? Wir werden sehen..

One for the road please!

Der Verkäufer erzählte mir, dass er ausschliesslich Cocktail Cabs besitzt, diese jedoch aufgrund eines Umzuges verkaufen muss. Unter anderem habe er einen Original Nintendo Space Fever, bei welchem er noch auf der Suche nach den Metall -Eckstücke zur Fixierung der Glasscheibe ist. Diese seien sehr schwer zu finden. Falls jemand diese hätte oder weiss wo er diese herbekommen könnte, schreibt doch einen Kommentar oder ein Mail, ich werde dies gerne weiterleiten.

Der Automat war schliesslich schnell verladen und pünktlich zur Mittagszeit waren wir wieder zu Hause, wo wir den Automaten in den Abstellraum meiner Eltern stellten und dann ein zum Regenwetter passendes Raclette genossen.

Erstens: Es kommt immer anders

Etwa einen Monat nach der Abholung kontaktierte mich der Verkäufer per E-Mail. Er hatte Bilder gefunden, bevor das Glas kaputt gegangen war und das ganze half mir ungemein:

Zum einen wurde mir klar, dass ich das Originalglas wohl nicht so einfach nachbauen können werde, zum einen ist zu sehen, dass der Automat unter der Marke “Royal Video” gehandelt wurde. In meiner Erinnerung hatte der Verkäufers des Hang-Ons einen Royal Video Automaten, welcher laut seiner Meinung vom deutschen Hersteller “Loewen” stammen sollte. Da ich nun neues Material zum Recherchieren hatte, fand ich heraus, dass dieser vom holländischen Hersteller “JVH” Stammt. Das Logo auf dem Typenschild sollte also “JVH Products” darstellen und nicht “JH Products”, ich habe also die komplett falsche Firma recherchiert.

Zweitens: Als man denkt

Die JVH gaming products BV stellte viele sehr schöne meist in rot gehaltene Universalcabs für den europäischen Markt her. Besonders cool finde ich das Royal Video Special Modells, dass vom Design an die japanischen Candy Cabs (z.B Sega Blast City) angelehnt. So einen würde ich mir gerne in den Hobbyraum stellen 🤩

In der Schweiz wurden diese Automaten also von der Novomat AG von JVH Products importiert. Ein Gigant in der Unterhaltungs und Casinobranche war und ist heute noch die Novomatic AG, auch hier herrscht akutes Verwechslungspotential. Im Jahre 2013 übernahm diese die JVH Gruppe in Holland, somit könnte ich dort eventuell an technische Informationen zu meinem Cocktail kommen. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert.

Während meiner Recherche fand ich verschiedene Threads zu genau meinem Cocktail in einem französischsprachigen Forum, wo unter anderem auch erwähnt wurde, dass diese wohl nicht sehr häufig anzutreffen waren. Wenn ich nun noch das Glas hätte, hätte ich mir bei meinem Sonntagsausflug wohl eine echte Rarität geangelt. Die Chancen, ein solches Glas aber zu finden stehen wohl eher schlecht, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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Irrfahrt um den Bodensee

Holzfurnier und Stammtischsprüche

Es war wohl irgendwann im Sommer 2015 als ich gerade meine Informatiker Lehre abgeschlossen hatte und erst einmal arbeitslos war. Trotzdem entschied ich mich, mein letztes Geld in zwei TV Ideal Automaten zu stecken, welche laut Ebay Kleinanzeigen in Friedrichshafen am Bodensee abzuholen wären.

TV Ideal war ein deutsches Universal Cabinet, wie sie in Europa weit verbreitet waren, welches dank des erschwinglichen Preises ein gutes Anfängerprojekt sein würde.

Nachdem ein Termin gefunden und ein Transporter gemietet wurde, fuhren ich und mein Bruder nach dem Mittag los (ich konnte zu dieser Zeit noch gar nicht Auto fahren). Meine Routenplanung führte über einen österreichischen Teilabschnitt nach Lindau und dann weiter nach Friedrichshafen.

Ja kein Pickerl lösen!

Als dann langsam die Ausfahrt näher kam und ich sagte, dass wir nun auf die österreichische Autobahn müssten, meinte mein Bruder, da das Pickerl ja teuer und Benzin vergleichsweise günstig wäre und dass wir lieber die Mautstrecke vermeiden sollten. Ich schlug vor, die Fähre in Romanshorn zu nehmen doch er meinte dann, dass es nicht viel länger dauern würde, über Konstanz zu fahren. Da ich diese Strecke gar nicht auf dem Plan hatte und ich zu dieser Zeit sowieso nicht sehr überzeugungsstark war fuhren wir schliesslich an beiden Ausfahrten vorbei. Das Problem dabei: Mein Bruder verwechselte Friedrichshafen mit Ludwigshafen, welches tatsächlich zeitlich keinen grossen Unterschied gemacht hätte. Schliesslich umrundeten wir dann in der brütenden Sommerhitze in unserem Ford Transit ohne Klimaanlage praktisch den ganzen Bodensee. Fahrtzeit laut Google: 2 Stunden 33 Minuten.

Mit dem Transporter durch die deutsche Pampa

Ein grosses Problem eröffnete uns ziemlich genau, nachdem wir die Grenze passiert hatten: Ich hatte kein Netz und somit keine Navigation mehr! Die Roaminggebühren zu dieser Zeit waren horrend und dazu kam auch noch, dass mein Handy nur noch wenig Akku hatte, deshalb stellte ich es irgendwann ab, um es später noch verwenden zu können. Bis nach Friedrichshafen konnten wir gut nach den Schildern fahren, danach wurde es aber schwierig. Nicht etwa, weil Friedrichshafen so gross war, sondern dass der Automat irgendwo ausserhalb Friedrichhafens stand. So begann die wilde Irrfahrt durch die ländliche Einöde.

Wir waren insgesamt sicher über eine Stunde damit beschäftigt, in der Gegend umherzufahren um den Namen des Weilers irgendwo auf einem Wegweiser oder Strassenschild zu führen. Ich war zu dieser Zeit noch nie auf deutschen Landstrassen unterwegs und mir wurde langsam klar, dass wohl der grösste Teil Deutschlands genau so aussehen würde: Spärliche Beschilderung, tausend winzige Weiler und Ortschaften und alles sah irgendwie gleich aus, wenn auch zugegeben sehr malerisch.

Als wir schliesslich sicher waren, es müsste irgendwo in der Nähe sein, rief ich den Verkäufer an, um ihn zu fragen, wo wir hinfahren müssten. Der arme Kerl hätte eigentlich Pläne gehabt und musste diese absagen, da wir ihn über 3 Stunden hatten warten lassen. Er nahm es aber sehr locker. Nochmals vielen Dank dafür. Tatsächlich wusste er auch ungefähr, wo wir waren. Er kam uns mit dem Motorrad abholen und so fuhren wir ihm hinterher zu einem Weiler mit ein paar wenigen Häusern und Ställen.

Sesam öffne dich!

Der Verkäufer führte uns schliesslich in einen Stall und wir mussten nicht schlecht staunen: Es waren bestimmt etwa 10 Oldtimer in diesem Stall eingelagert, von Porsche bis Jaguar und in einer Ecke die zwei TV Ideal Automaten und ein Jaleco Big Run, ein Automat aus dem Jahre 1989, welches damals schon durch eine relativ gute Pseudo-3D Grafik bestach. Leider liess das Budget nicht zu, diesen Automaten auch noch mitzunehmen.

Nachdem wir die beiden Automaten kurz getestet hatten, verluden wir sie und machten uns wieder auf den Heimweg. Da es langsam Abend wurde und wir Hunger hatten, hielten wir auf dem Rückweg bei einer “Kaufmarkt” Filiale und holten uns ein LKW (Leberkäsweggle) sowie ein paar Getränke und eine Flasche Pfeffi.

Auf zu alten Ufern

Da wir keine Lust hatten, den Bodensee nochmals zu umrunden und wir partout kein Pickerl kaufen wollten, entschieden wir uns die Fähre Friedrichshafen-Romanshorn zu nehmen. Gerade als wir ablegten ging die Sonne langsam unter und es wurde spürbar kühler, was wir sehr angenehm fanden. Die 30-minütige Überfahrt war sehr schön und ich nahm mir darauf hin vor, unbedingt mal eine Bodensee Rundfahrt zu machen.

Von Romanshorn hatten wir nun noch etwa 40 Minuten bis nach Hause, wo wir die Automaten ausluden und erst einmal in die Garage stellten. Anschliessend brachten wir unseren Transporter wieder zurück und gegen ca 23:30 waren wir schliesslich zu Hause. Wir beide waren von der Hitze und der langen Fahrt sehr müde, aber da nun endlich akzeptable Temperaturen herrschten verbrachten wir noch etwas Zeit auf dem Gartensitzplatz mit unseren Verwandten, welche auf Besuch waren und stiessen schliesslich mit dem Pfeffi an.